Die 5 lesenswertesten Romane

Einer der lesenswertesten Romane nicht nur der deutschsprachigen, sondern der internationalen Literatur und der Literaturgeschichte überhaupt ist der 1924 erschienene Roman “Der Zauberberg” des Nobelpreisträgers Thomas Mann. Die Geschichte des jungen Hamburger Patriziersohns Hans Castorp, der seinen Vetter Joachim in einer Lungenheilanstalt in Davos besucht und dort vom Besucher zum Patienten wird und statt der geplanten drei Wochen letzendlich sieben Jahre bleibt, ist ein literarisches Meisterwerk. Mit Anklängen an den Bildungsroman, durchsetzt von Märchenmotivik und Analysen der Vorkriegsgesellschaft, weiß die welt- und zeitentrückte Atmosphäre des Zauberbergs nicht nur den jungen Castorp, sondern auch den Leser der Alltagswelt zu entheben und ihn einzubinden in die morbid-hysterische Gemeinschaft der Patienten des Sanatoriums, lässt ihn teilhaben an den Bildungsdiskursen, die der junge Ingenieur durch verschiedene pädagogische und ideologische Leitfiguren erfährt.
Große Figuren und große Schicksale lassen den Leser mit den Protagonisten leiden. So auch bei “Anna Karenina”, dem 1877/78 erschienenen großen Romanwerks des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi. Der Roman, anzusiedeln im Umfeld des Realismus des 19. Jahrhunderts, zeigt in einem weitläufigen Entwurf die Schicksale und Lebenswege mehrerer adeliger und großbürgerlicher russischer Familien und zeigt deren Größe und Glanz, aber auch deren Tragik. Bewegend gestaltet innerhalb der großartigen und detailreichen Konzeption ist vor allem das Los der Titelheldin Anna Karenina, die aufgrund der Liebe zu einem Grafen Mann und Kind verlässt und versucht, ihre Liebe zu leben, in der Gesellschaft aber geächtet wird und sich auch in ihrem neuen Leben nicht verankern kann, was letztendlich zu ihrem selbst herbeigeführten grausamen Ende auf den Gleisen endet.
Ein Klassiker der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts ist Michail Bulgakows Roman “Der Meister und Margarita”, der auf satirische Weise das Leben in Moskau überzeichnet, sich der Thematik der Kunst und des Künstlers widmet und gleichzeitig durch Protagonisten wie den Teufel mit den menschlichen Werten jongliert, voller Ironie, Witz, Wortgewandtheit und Lesefreude.
Einer der lesenswertesten, wenn auch verstörendesten Romane überhaupt ist Franz Kafkas Fragment gebliebener Roman “Der Proceß”, der in bedrückenden und beengenden Bildern die Geschichte des unschuldig Verurteilten Josef K. erzählt, der weder den Grund seiner Verurteilung noch seine Ankläger kennt. Der deutsch-tschechische Autor wirft in diesem dünnen, aber dennoch monumentalen Werk existentielle Fragen nach Schuld und Sinn auf.
Dass große Romane nicht nur im Umfeld des 19. Jahrhunderts oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu finden sind, beweist der Bestseller “Der Schatten des Windes”, ein 2001 erschienener Roman des spanischen Schriftstellers Carlos Ruiz Záfon. Spannungsgeladene und mysteriöse Momente begleiten den Leser auf dem Weg durchs Barcelona der 1950er bis 1960er Jahre. Die Geschichte des jungen Buchhändlersohns Daniel führt an geheimnisvolle Orte wie den Friedhof der träumenden Bücher und verwebt historische Ereignisse aus der Zeit um 1920, der Bürgerkriegszeit und der Franco-Diktatur mit den tragischen Einzelschicksalen der Figuren, denen Daniel in Büchern und im realen Leben begegnet.

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